Noch mindestens bis zum 19. April muss der Fußball in der Schweiz pausieren. Dies hat die Politik vorgegeben, um der Coronakrise Herr zu werden. Diese hat inzwischen den Verband auch direkt getroffen. Präsident Dominique Blanc ist mit dem COVID-19-Erreger infiziert. Der gesamte Verband befindet sich deshalb in Quarantäne. Verbands-Generalsekretär Robert Breiter gab der „Neue Zürcher Zeitung“ deshalb ein ernüchterndes Interview per Telefon, wie es um die nahe Zukunft des Fußballs bestellt ist. Optimismus klingt wahrlich anders.
Breiter glaubt nicht an ein reguläres Ende der Saison
Die EM wurde ins Jahr 2021 verschoben, um den Verbänden die Chance zu geben, die Spielzeit zu beenden. Dieser Schritt sei „unausweichlich“ gewesen, schildert der Funktionär. Deshalb hätten auch alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA dafür gestimmt. Er selbst sei „allerdings nicht allzu optimistisch“, was die Chance angehe, die Super League tatsächlich zu beenden. Wenn die Pause nur bis in den Mai hineinreiche, sei „kaum mehr etwas möglich.“ Da müsse man sich nichts vormachen. Deutlich ist aus diesen Worten herauszuhören, dass es nach der Einschätzung Breiters keinesfalls nach dem 19. April weitergehen wird. Wer etwas Hoffnung schöpfen möchte, kann sich maximal daran festhalten, dass der Generalsekretär ebenfalls feststellt, dass er „kein Virologe ist.“
„Der Fußball wird Schäden erleiden“
Breiter ist ebenfalls geschockt davon, wie lange das Virus bei der UEFA kein echtes Thema gewesen sei. Noch vor drei Wochen habe es kein wirkliches Bewusstsein für das Problem beim europäischen Verband gegeben, berichtet der Funktionär. Der Fußball werde durch die Pandemie „Schäden erleiden“, fügt er an – „und zwar auf allen Ebenen.“ Mehr könne man im Moment nicht belastbar über die Zukunft sagen. Allerdings erwarte er nicht, dass sich etwas grundsätzlich ändere, so der Breiter weiter. Es werde sich wie mit einem Todesfall in der Familie verhalten. Zu Beginn seien alle schockiert, doch schließlich normalisiere sich das Geschehen wieder.