Der FC Sion entzieht Trainer Peter Zeidler vorerst den Job. Trotz der Tatsache, dass die Mannschaft im Cup-Finale steht und aktuell den dritten Platz in der Liga einnimmt, muss Zeidler seinen Posten räumen und wird durch den ehemalige Spieler und Coach Sébastien Fournier ersetzt.
Sion-Präsident Christian Constantin hatte nach der Niederlage gegen Aufsteiger FC Lausanne-Sport am Wochenende die Geduld mit dem Trainer verloren. Allerdings spricht der Verein aktuell nicht von einer Entlassung. Stattdessen möchte man Zeidler zunächst einmal eine Pause bis zum Saisonende geben. Erst in der Sommerpause soll dann endgültig über dessen Schicksal entschieden werden.
Hintergrund der Entscheidung dürfte die Unentschlossenheit von Präsident Constantin sein. Dieser ist sich wohl nicht sicher, ob die schwachen Leistungen der Mannschaft am Trainer oder den Spielern liegen. Um zu einer Entscheidung zu kommen, ließ sich Constantin nach dem Spiel am Sonntag zwei Begegnungen parallel auf einem Fernseher abspielen. Ein Spiel stammte aus der Hin- das andere aus der Rückrunde.
Der FC Sion hatte in der ersten Saisonhälfte mit tollem Offensivfußball überzeugt und im Schnitt 2,86 Tore pro Spiel geschossen. In der Rückrunde war von der Offensivkraft aber nur noch wenig übrig und man schoss nur noch 1,1 Tore pro Spiel. Allerdings hatte der Verein mit Theofanis Gekas, Ebenezer Assifuah und Vincent Sierro auch einige Spieler in der Winterpause abgegeben.
Dieses Argument, genauso wie das Cup-Finale und der aktuelle Tabellenplatz, waren aber anscheinend nicht genug, um den Präsidenten von der Arbeit seines Trainers zu überzeugen. Der neue Mann an der Seitenlinie soll die Mannschaft nun aufrütteln und gleichzeitig herausfinden, ob die schwachen Leistungen in der Rückrunde an Zeidler lagen. Der 54-jährige Schwabe hatte die Mannschaft erst im August 2016 übernommen. Sein Nachfolger Fournier war schon einmal Trainer in Sion. Im Jahr 2012 trat er nach öffentlicher Kritik von Präsident Constantin allerdings zurück. Trotzdem blieb er aber im Verein und wurde Nachwuchs-Koordinator. Nun übernimmt Fournier noch einmal die Mannschaft.