Seit rund einer Woche ist in der Super League das Chaos ausgebrochen. Der FC Zürich musste beispielsweise gleich zwei Partien mit dem Nachwuchsteam bestreiten, nachdem es zehn positive Corona-Tests in der Mannschaft sowie im Umfeld um die Spieler gab. Vorwürfe wurden laut, dass es der Liga nur um Geld gehe und ihr die Gesundheit der Akteure nichts bedeuteten. Die Verantwortlichen wehren sich jetzt. Liga-Boss Claudius Schäfer erklärt seine Sicht der Dinge. Die Einlassungen sind bemerkenswert.
Keine Verschiebung, um „Präjudiz“ zu vermeiden
Der FC Sion bekam einen Tag länger Pause vor der Partie in Neuenburg, weil beim Gegner ein positiver Test auftrat. Der FCZ musste hingegen zuletzt einen „Kaltstart“ gegen YB Bern machen und nach zehntägiger Quarantänepause direkt antreten. Schäfer verteidigt dies mit den Worten, der Verband wollte Präjudiz vermeiden. Zudem hätte man keinen Ausweichtermin mehr gehabt, wenn einer Verschiebung stattgegeben worden wäre.
Der Vorwurf, die Liga achte nicht auf die Gesundheit der Spieler, sei zudem völlig unangebracht. Die Hygienemaßnahmen seien „das wichtigste“. Alle müssten sich daran halten. Negativ-Tests könnten zudem ein Gefühl falscher Sicherheit vermitteln, so Schäfer weiter, der an einen entsprechenden Hinweis der Gesundheitsbehörden erinnert. Überhaupt sei man von deren Entscheidungen abhängig.
Schäfer: Liga kann die Einhaltung der Vorschriften nicht überprüfen
In den Spielen werden die Vorschriften regelmäßig unterlaufen. Beispielsweise werden Trikots getauscht und es gibt einen überschwänglichen Torjubel. Schäfer findet dies verständlich – es seien schließlich Emotionen im Spiel. Die Liga könne allerdings nicht die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Diesbezüglich ließe sich die Schweiz nicht mit der Bundesliga oder einer der anderen Top-Ligen vergleichen. In Spanien habe der Verband beispielsweise mehr als 700 Mitarbeiter – die SFL habe 15. Es stellt sich die Frage, ob unter solchen Bedingungen dann gespielt werden sollte. Darauf gibt Schäfer leider keine Antwort.